Seit dem 1. Juni 2026 arbeitet CORONIC an einem neuen Forschungs- und Entwicklungsprojekt: einem vollständig virtualisierten Sicherheitsbrowser für Privatkunden. Gefördert wird das Vorhaben von der Europäischen Union und dem Land Schleswig-Holstein im Rahmen des Programms BIF3 (Betriebliche Innovation und Forschung), kofinanziert aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).
Immer mehr sensible Vorgänge laufen heute zu Hause über den Browser – Online-Banking, Behördengänge, die Steuererklärung oder der Zugriff auf Gesundheitsdaten. Damit wird der private Rechner zum lohnenden Ziel für Angreifer, denn Schadsoftware und manipulierte Webseiten setzen exakt an dieser Stelle an. Genau hier setzt auch das Projekt an: Der neue Browser soll in einer eigenen, hardwarebasierten Laufzeitumgebung laufen, einer sogenannten Micro-VM auf Basis von Hyper-V. Die gesamte Browsersitzung wird so vom restlichen System abgekapselt. Angriffe bleiben in dieser isolierten Umgebung gefangen und können nicht auf das Betriebssystem oder die Daten des Nutzers durchgreifen.
Die Architektur baut auf der langjährigen CORONIC-Erfahrung aus dem Banking-Umfeld auf – gehärtete Browsertechnologie, Trojanerabwehr und sichere Authentifizierung. Neu ist die konsequente Isolation der gesamten Sitzung in einer virtualisierten Umgebung sowie die enge Bindung an Hardware und biometrische Merkmale des jeweiligen Geräts. Ein besonderer Wert liegt dabei auf digitaler Souveränität: Die Lösung ist so angelegt, dass sensible Daten lokal beim Nutzer verbleiben und nicht in fremde Cloud-Infrastrukturen abfließen.
Das Vorhaben ist als experimentelle Entwicklung angelegt und läuft bis 2027. In dieser Zeit erproben wir die technischen Konzepte Schritt für Schritt und prüfen, wie sich höchste Sicherheit mit einer einfachen Bedienung für Privatkunden verbinden lässt. Über die Fortschritte berichten wir hier im Blog.